Blog

„Vom Dach in die Steckdose“ – das ist der Grundgedanke von Mieterstrom. Auf dem Dach eines Mehrfamiliengebäudes oder einer Wirtschaftsimmobilie wird mit Hilfe einer Photovoltaikanlage (folgend: PV-Anlage) Sonnenlicht in Strom umgewandelt und an die Mieter vor Ort geliefert. Der Clou: der Vermieter muss sich nicht plötzlich in einen lizensierten Energieversorger verwandeln,  sondern schaltet dafür Dritte ein, die die Rolle des Energielieferers übernehmen. Scheint die Sonne nicht, liefern diese grünen Reststrom aus dem Netz hinzu.

Nach Einführung des gleichnamigen Fördergesetzes Mitte 2017 hat der Begriff „Mieterstrom“ zunehmend Popularität erlangt. Selbsterklärend ist er jedoch nicht. Mieterstrom bedeutet: Strom wird in Mehrparteiengebäuden vor Ort mittels einer Photovoltaikanlage oder einem Blockheizkraftwerk erzeugt und größtenteils von den Nutzern der Immobilie direkt verbraucht. Die Nutzer können sowohl private Haushalte als auch Unternehmen sein.

Etwa 70% der insgesamt 18 Millionen Wohngebäude in Deutschland wurden vor 1979 errichtet, also zu einer Zeit, als es noch keine bzw. äußerst geringe Anforderungen an Energieeffizienzen gab. Einer Untersuchung des Instituts Wohnen und Umwelt zufolge, sind 25-30% dieser Bestandsgebäude modernisiert. Folglich wurden knapp 9 Millionen Wohnimmobilien in Deutschland noch nicht oder nur geringfügig energetisch auf Stand gebracht.